Von Weihnachtskarten, Schneeflocken und Lean Startup

Ganz ehrlich, 2016 hat einen schlechten Ruf. Die Welt verändert sich – das tut sie zwar immer, aber dieses Jahr hat eine eigene Wirkung gezeigt. #Postfaktisch ist das Wort des Jahres geworden und für uns umso mehr ein Anlass, Daten und Fakten bei unserer Arbeit weiter in den Vordergrund zu stellen.

So haben wir dieses Jahr auch für die Weihnachtskarte Verbindungen zu unserer Arbeit gesucht. Die Idee mit der Schneeflocke haben wir sofort geliebt, dahinter haben wir ein Gleichnis gefunden, das in direktem Zusammenhang mit unserer Arbeit steht. Diese Geschichte wollen wir gern erzählen. Doch vorher gibt es noch eine Herausforderung, nämlich eine ungeklärte Annahme:

Wird überhaupt jemand einen Link öffnen, der auf der Rückseite einer Weihnachtskarte aufgedruckt ist?

Dies gilt es zu testen – denn sonst ist der gesamte Blogpost umsonst.

Wenn Sie diesen Blogpost hier jetzt also lesen – bitte kommen sie in den nächsten Tagen noch einmal zurück. Denn wenn wir 10 Aufrufe haben, dann schreiben wir den Rest. Schließlich will es ja sonst gar niemand lesen 😉


(fortgesetzt 2017)

Wir freuen uns! Unser Blogpost hat viel schneller seine Leser bekommen, als wir es erwartet hatten. Denn tatsächlich war eine Hypothese „Niemand tippt händisch den Link ein.“ Statt dessen haben wir uns über eine kleine zweistellige Conversion freuen dürfen. Deshalb nun zur ganzen Geschichte…

Zum Ende des vergangenen Jahres haben wir uns in die Schneeflocke verliebt. Wenn viele Schneeflocken um uns fallen und es kalt genug ist, wird draußen alles weiß. Uniform weiß. Bei blauem Himmel und strahlender Sonne erscheint die Welt um uns herum als sanfte, verzauberte Landschaft im weißen Glanz. Wenn wir vom großen Ganzen in die mikroskopischen Feinheiten zoomen, können wir feststellen, dass diese Wunderwelt auf unzähligen einzelnen Kristallen beruht. Und während sich die Kristalle im Aufbau ähneln, sind sie dennoch individuell. Sie alle haben ein Zentrum, haben Arme, aber jeder ist doch eigen.

Bei diesen Überlegungen ist uns die Ähnlichkeit zu beweglichen Strukturen in Unternehmen aufgefallen. In modernen Unternehmen finden wir es ebenfalls wieder, dass Einheiten – z.B. Innovations-Teams – sehr individuell wirken können, aber leichter interagieren und als Ganzes besser wirken, wenn einige Prinzipien sich in allen Teams wiederfinden. Ein Prinzip, das wir in den letzten Jahren zunehmend erfolgreich gedeihen sehen, ist die Kultur des Lernens durch Validierung und datengetriebenes Arbeiten.

Stellen Sie sich ein Management Team vor, in dem eine Preisänderung diskutiert wird. In klassischen Modellen sehen wir hier oft, dass Entscheidungen auf politischem Wege durch Hierarchie oder Gruppenbildung gefällt werden. Es wird viel diskutiert! Die Absicht ist meist absolut positiv – jeder Akteur in der Organisation, dem die Entscheidung wichtig ist, setzt sich nach bestem Wissen und Gewissen ein. Jeder versucht der eigenen Verantwortung gerecht zu werden und das durchzusetzen, das auf Basis der eigenen Erfahrung richtig erscheint. Die Zweifler versuchen die Katastrophe zu verhindern. Die Visionäre verstehen nicht, warum der Durchbruch verhindert werden soll. Für Beobachter (die entweder nicht an der Entscheidung beteiligt sind oder den zu erwartenden Entscheidungen neutral gegenüberstehen) erscheint dies als Zankerei oder Ränkespiel. Gelingt es, in einem Team diesen Baustein zu drehen und eine Kultur des Testens zu motivieren, ändert sich das Modell: Management und Teams haben verstanden, dass es einen anderen Weg gibt, als _die_ Entscheidung zu fällen. Statt richtig und falsch einer Entscheidung vorher zu diskutieren, wird die Aufgabenstellung variiert und nach einem Weg gesucht, die Auswirkungen der Entscheidungen durch ein Experiment oder mehrere vorab zu testen und besser zu verstehen. Denn am Ende entscheiden die eigenen Kunden. Und die folgen nicht der Logik der Anbieter, sondern fällen ihre eigenen Entscheidungen.

Gelingt diese Transformation, können sich alle Entscheidungsträger darauf konzentrieren, die richtigen Fragen zu stellen um die eigenen Potenziale zu erschließen. Die Antworten gibt dann das Verhalten der Kunden in den jeweiligen Tests und Experimenten.

4 Kommentare
  1. Bernhard
    Bernhard says:

    Hehe, und ich habe mich gefragt „Wer außer mir gibt die URL auf der Rückseite einer Weihnachtskarte in einen Browser ein?“… 😉 Ich bin gespannt auf das Ergebnis!

    Antworten

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